Zurück

Digitale Souveränität: Ein Leitfaden für Unternehmen im digitalen Zeitalter

Porträt von Thessa Marie Richter
Thessa Marie Richter · März 2025
Eine Frau hält ein Schild, das den Titel des Artikels wiedergibt.

Digitale Souveränität: Definition & Relevanz

Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit von Unternehmen, Institutionen und Staaten, ihre digitalen Infrastrukturen, Daten und Technologien unabhängig zu kontrollieren und selbstbestimmt zu nutzen. Es geht darum, nicht von externen Anbietern oder bestimmten Ländern abhängig zu sein und sicherzustellen, dass sensible Daten sowie digitale Prozesse unter eigener Hoheit bleiben.

Gerade in einer zunehmend vernetzten und datengetriebenen Wirtschaft ist digitale Souveränität entscheidend. Unternehmen, die ihre digitale Infrastruktur nicht selbst steuern, laufen Gefahr, von den Geschäftsmodellen und Entscheidungen großer IT-Konzerne abhängig zu sein. Besonders bei Cloud-Diensten oder Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) kann dies problematisch sein – beispielsweise, wenn Anbieter Geschäftsbedingungen ändern, Preise anpassen oder Datenzugriffe beschränken.

Die Relevanz dieses Themas zeigt sich auch in regulatorischen Vorgaben: Datenschutzgesetze wie die DSGVO betonen, wie wichtig es ist, Kontrolle über Datenflüsse und Speicherung zu behalten. Gleichzeitig haben geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten dazu geführt, dass sich viele Unternehmen fragen: Wo liegen unsere Daten? Wer hat Zugriff darauf? Und was passiert, wenn externe Anbieter plötzlich wegfallen oder ihre Dienste einschränken?

Unternehmen sollten sich frühzeitig mit digitaler Souveränität befassen, um langfristig wettbewerbsfähig und rechtskonform zu bleiben. Besonders beim Aufbau von internen Intranet-Systemen und digitalen Arbeitsplätzen ist es essenziell, souveräne Lösungen zu wählen, die Kontrolle und Sicherheit gewährleisten.

Wo Daten gespeichert werden, ist eine grundlegende Frage bei digitaler Souveränität.

Digitale Souveränität und der Softwaremarkt

Viele Unternehmen setzen auf Softwarelösungen, die auf den ersten Blick aus Deutschland stammen, aber tatsächlich von internationalen Konzernen kontrolliert werden. Dies hat weitreichende Folgen für die digitale Souveränität:

  • Eigentumsverhältnisse und Kontrolle: Auch wenn der Anbieter eine Niederlassung in Deutschland hat, kann das Mutterunternehmen im Ausland sitzen. Das bedeutet oft, dass Geschäftsentscheidungen nicht lokal getroffen werden – etwa bei Preisänderungen, Vertragskonditionen oder sogar der Fortführung bestimmter Produkte.
  • Abhängigkeit von Vertragspartnern: Verträge mit ausländischen Unternehmen bedeuten oft, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht vollständig nach deutschen oder europäischen Standards richten. Besonders problematisch wird es, wenn Unternehmen aufgrund von Fusionen, Geschäftsentscheidungen oder politischen Entwicklungen gezwungen sind, ihre IT-Infrastruktur kurzfristig anzupassen.
  • Kündigungsfristen und Risiken: Viele Anbieter setzen auf monatliche Kündigungsfristen – ein Vorteil für Flexibilität, aber auch ein Risiko für langfristige Planungssicherheit. Kündigt der Anbieter von sich aus oder ändert seine Geschäftsbedingungen, bleibt oft nur wenig Zeit, eine alternative Lösung zu finden. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass Unternehmensdaten kurzfristig in ausländische Cloud-Dienste überführt werden.

Diese Herausforderungen zeigen, warum eine bewusste Entscheidung für wirklich souveräne Softwarelösungen wichtig ist.

Sie benötigen ein Intranet als On-Premises-Lösung? Wir beraten Sie gerne.

5 Punkte worauf Unternehmen bei digitaler Souveränität achten sollten

Digitale Souveränität ist kein Selbstläufer – sie erfordert bewusste Entscheidungen und eine strategische IT-Planung. Unternehmen sollten daher folgende Aspekte besonders im Blick behalten:

1. Kontrolle über Daten und Infrastruktur

Wo werden die Daten gespeichert? Wer hat Zugriff darauf? Eine souveräne Lösung sollte entweder On-Premises betrieben werden können oder in deutschen Rechenzentren liegen, die die Vorgaben der DSGVO einhalten, um strenge Datenschutzstandards zu gewährleisten.

2. Eigentumsverhältnisse und Rechtssicherheit

Ein Anbieter mit Hauptsitz in Deutschland unterliegt deutschem und europäischem Recht. Internationale Konzerne hingegen können durch ihre Eigentümerstruktur oder Muttergesellschaften außerhalb der EU rechtlich an andere Vorgaben gebunden sein. Unternehmen sollten daher prüfen, wer tatsächlich hinter einem Anbieter steht und welche langfristigen Risiken bestehen.

3. Unabhängigkeit von externen Investoren

Unternehmen sollten darauf achten, dass ihr Softwareanbieter nicht von kurzfristigen Profitinteressen getrieben wird. Externe Investoren können Einfluss auf die Produktstrategie nehmen oder im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Produkt eingestellt oder verkauft wird.

4. Flexibilität und Wechselmöglichkeiten

Viele Softwarelösungen sind reine Cloud-Dienste, die keine Alternative für den lokalen Betrieb (On-Premise) bieten. Wenn ein Wechsel notwendig wird – sei es aus finanziellen, strategischen oder sicherheitsrelevanten Gründen – sollte eine Lösung bestehen, um Daten und Infrastruktur problemlos zu migrieren.

5. Langfristige Planungssicherheit

Kurzfristig kündbare Lizenzen und Preismodelle sind bequem, bergen aber Risiken. Anbieter können Preise anheben oder die Nutzungsmöglichkeiten einschränken. Ein transparenter Lizenzansatz mit langfristig stabilen Preisen ist daher essenziell für eine nachhaltige Planung.

Wer diese Punkte berücksichtigt, kann die digitale Unabhängigkeit des eigenen Unternehmens langfristig sichern und Abhängigkeiten vermeiden.

In einer vernetzten und datengetriebenen Welt ist digitale Souveränität umso wichtiger.

Digitale Souveränität mit XELOS

XELOS entwickelt seine Software vollständig in Deutschland – mit einem deutschen Team und ohne inländische oder ausländische Investoren. Das sorgt für maximale Kontrolle und langfristige Planbarkeit.

Was XELOS auszeichnet:

  • Entwicklung und Support in Deutschland: Die Software wird vollständig in Deutschland entwickelt und betreut. Das bedeutet, dass weder Quellcode noch Daten an ausländische Mutterkonzerne gehen.
  • Keine externen Investoren: XELOS ist unabhängig von Investoren, die strategische Entscheidungen beeinflussen könnten. Dadurch bleibt die langfristige Entwicklung in den Händen des Teams, ohne kurzfristige Profitinteressen.
  • Flexibilität durch verschiedene Betriebsmodelle: Unternehmen können zwischen einer On-Premise-Installation (eigene Server) und einer Cloud-Lösung wählen – und jederzeit wechseln. Das bietet maximale Freiheit und Anpassungsmöglichkeiten.
  • Deutsche Rechenzentren: Alle Daten in der XELOS Cloud liegen in zertifizierten deutschen Rechenzentren und unterliegen somit strengen Datenschutzvorgaben.
  • Planbare Lizenzmodelle: Im Gegensatz zu kurzfristig kündbaren Cloud-Diensten setzt XELOS auf langfristig stabile Lizenzpreise, die Unternehmen eine sichere Budgetplanung ermöglichen.

Diese Faktoren machen XELOS zu einer souveränen Lösung für Unternehmen, die digitale Unabhängigkeit und Planungssicherheit schätzen.

Exkurs: Das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS)

Ein Beispiel für die Förderung digitaler Souveränität im öffentlichen Sektor ist das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen (ZenDiS). Gegründet im Dezember 2022, unterstützt ZenDiS Bund, Länder und Kommunen dabei, sich aus kritischen Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern zu lösen.

ZenDiS fungiert als Bindeglied zwischen der öffentlichen Verwaltung und Akteuren des Open-Source-Ökosystems. Es identifiziert Markttrends, sammelt Anforderungen der Verwaltung und kommuniziert diese in Open-Source-Communities. Durch die Initiierung und Betreuung kollaborativer Projekte schafft ZenDiS passgenaue Open-Source-Software-Lösungen für die öffentliche Verwaltung und bietet diese auf einem zentralen Marktplatz an.

Ein besonders bekanntes Projekt von ZenDiS ist openDesk, eine Open-Source-Kollaborationssoftware, die verschiedene Komponenten wie Nextcloud und Collabora Online bündelt. openDesk positioniert sich als digital-souveräne Alternative zu proprietären Lösungen und ermöglicht der öffentlichen Verwaltung eine unabhängige und sichere digitale Zusammenarbeit.

Besuchen Sie uns auch bei LinkedIn.

Zukunft der digitalen Souveränität im Unternehmensumfeld

Die digitale Souveränität wird in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Unternehmen müssen sich nicht nur mit den aktuellen Herausforderungen auseinandersetzen, sondern auch die Weichen für die Zukunft stellen. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain bieten dabei große Potenziale, um die Unabhängigkeit zu wahren und gleichzeitig innovative Lösungen zu integrieren.

Darüber hinaus wird erwartet, dass der Druck durch regulatorische Vorgaben zunehmen wird. Die EU hat bereits Initiativen ins Leben gerufen, die Unternehmen dazu anregen, ihre digitale Unabhängigkeit zu sichern. Dies wird die Entwicklung souveräner Intranet-Lösungen weiter vorantreiben und Unternehmen dazu anregen, ihre digitale Infrastruktur kontinuierlich zu überprüfen und zu optimieren.

Fazit

Digitale Souveränität ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein strategischer Ansatz, der Unternehmen dabei hilft, ihre Unabhängigkeit und Sicherheit in der digitalen Welt zu wahren. Durch die Wahl souveräner Intranet-Systeme, den Schutz von Unternehmensdaten und die Kontrolle über digitale Infrastrukturen können Unternehmen ihre digitale Zukunft aktiv gestalten. Es ist entscheidend, die richtigen Schritte zu unternehmen, um digitale Souveränität zu gewährleisten und langfristig von den Vorteilen einer souveränen digitalen Infrastruktur zu profitieren.

FAQ – Häufige Fragen zur digitalen Souveränität

FAQ.

Was bedeutet digitale Souveränität konkret für Unternehmen und ihre Intranet-Systeme? 

Digitale Souveränität bedeutet, dass Unternehmen die Kontrolle über ihre eigenen digitalen Systeme und Daten behalten, ohne von externen Anbietern oder ausländischen Regulierungen abhängig zu sein. Für Intranet-Systeme bedeutet dies, dass Unternehmen ihre eigenen Systeme verwalten und sicherstellen, dass sie den lokalen Datenschutzvorgaben entsprechen.

Welche Schritte sollten Unternehmen, um ihre digitale Souveränität zu stärken? 

Unternehmen sollten zunächst ihre bestehenden digitalen Infrastrukturen überprüfen und sicherstellen, dass sie die Kontrolle über ihre Daten und Systeme haben. Die Wahl eines sicheren und datenschutzkonformen Intranet-Systems sowie die regelmäßige Schulung von Mitarbeitern zum Thema Datenschutz sind wichtige Schritte, um die digitale Souveränität zu stärken.


XELOS X Logo

Starten Sie jetzt mit Ihrem XELOS Intranet.

Vereinbaren Sie noch heute einen Demo-Termin und sichern sich einen unverbindlichen Einblick in XELOS.

Es gibt viele Möglichkeiten XELOS zu nutzen – wir beraten Sie gerne. Jetzt kontaktieren!

XELOS in den Medien

IT-Director Magazin Logo
DOK Leipzig Logo
t3n digital pioneers Logo
c’t: Magazin für Computertechnik Logo
Beyond Logo
OMT Logo
Computerwoche Logo

Sie wollen noch mehr erfahren?

Dann folgen Sie uns auf Social Media und erhalten Sie regelmäßige Updates rund um die Themen Intranet und interne Kommunikation.

Insights, die Sie wirklich brauchen – der XELOS Newsletter.
Gezeichneter Pfeil von links nach rechts